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Ratgeber Renovierung

Haus renovieren Kosten 2026: Komplett-Übersicht mit Preistabelle

Andreas Berg, Malermeister Juni 2026 14 Min. Lesezeit
Kurzantwort: Ein Haus renovieren kostet 400 bis 1.200 EUR pro Quadratmeter — abhängig vom Umfang. Malerarbeiten für ein Einfamilienhaus starten ab 3.999 EUR. Eine Kernsanierung liegt bei 800 bis 1.500 EUR/m². In diesem Ratgeber finden Sie eine detaillierte Preistabelle nach Gewerk, Informationen zur KfW-Förderung und eine klare Reihenfolge für Ihre Hausrenovierung.

Was kostet es, ein Haus zu renovieren?

Die Frage nach den Renovierungskosten für ein Haus lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Zu unterschiedlich sind Zustand, Größe und Ihre Vorstellungen. Was sich aber klar beziffern lässt: die Kosten pro Gewerk, typische Gesamtbudgets und wo sich sparen lässt, ohne an der falschen Stelle zu kappen.

Als Malermeisterbetrieb mit über 850 abgeschlossenen Projekten seit 2005 sehen wir jede Woche Häuser in verschiedensten Zuständen. In diesem Artikel geben wir Ihnen die realen Zahlen — nicht theoretische Schätzungen aus dem Internet, sondern Werte, die wir aus unserer eigenen Projektdatenbank kennen.

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Haus renovieren Kosten: Übersicht nach Umfang

Die Renovierungskosten hängen vor allem davon ab, wie tief Sie eingreifen. Kosmetische Arbeiten wie Streichen und neue Böden sind deutlich günstiger als ein kompletter Umbau mit neuer Elektrik und Sanitär. Hier die drei typischen Stufen:

Umfang Kosten pro m² EFH 120 m² Was ist enthalten?
Kosmetische Renovierung 400–600 EUR 48.000–72.000 EUR Streichen, Tapezieren, Böden, kleinere Reparaturen
Umfassende Renovierung 600–1.000 EUR 72.000–120.000 EUR Zusätzlich Bad, Küche, Elektrik teilweise, Fenster
Kernsanierung 800–1.500 EUR 96.000–180.000 EUR Komplett: Statik, Dach, Dämmung, Heizung, alles neu

Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf die Wohnfläche, nicht auf die Grundfläche. Keller und Dachboden sind nicht eingerechnet. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von der Region ab — in Frankfurt und Rhein-Main liegen die Handwerkerpreise rund 15 bis 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Renovierungskosten nach Gewerk: Detaillierte Preistabelle

Um die Gesamtkosten Ihrer Hausrenovierung einzuschätzen, hilft ein Blick auf die einzelnen Gewerke. Hier die aktuellen Preise für 2026:

Malerarbeiten und Innenausbau

Leistung Preis Hinweis
Innenanstrich (Wände + Decken) ab 15 EUR/m² Wandfläche, 2 Anstriche inkl. Material
Premium-Anstrich (Brillux/Caparol) 22–28 EUR/m² Hochdeckend, kratzfest, waschbar
Tapezieren (Raufaser) ab 18 EUR/m² Inkl. Grundierung und Überstreichen
Designtapete 25–40 EUR/m² Je nach Hersteller und Muster
Zimmertrür lackieren ab 120 EUR/Stück Abschleifen, grundieren, 2x lackieren
Trockenbau (Zwischenwände) 45–80 EUR/m² Unterkonstruktion + beplanken + spachteln
Einfamilienhaus innen komplett ab 3.999 EUR Alle Wände und Decken streichen

Fassade und Außenbereich

Leistung Preis Hinweis
Fassadenanstrich 25–45 EUR/m² Inkl. Grundierung, Gerüst extra
WDVS (Wärmedämmverbundsystem) 120–200 EUR/m² Dämmung + Putz + Anstrich
Dachsanierung 150–300 EUR/m² Eindeckung + Dämmung + Unterspannbahn
Fenster tauschen (Dreifachverglasung) 500–1.200 EUR/Stück Inkl. Einbau und Entsorgung

Elektrik, Sanitär und Heizung

Leistung Preis Hinweis
Elektrik komplett erneuern 80–130 EUR/m² Leitungen, Sicherungskasten, Steckdosen
Sanitär komplett (Bad + Gäste-WC) 15.000–35.000 EUR Rohre, Fliesen, Sanitärobjekte, Einbau
Heizungsanlage (Wärmepumpe) 15.000–30.000 EUR Luft-Wasser, inkl. Einbau und Inbetriebnahme
Heizungsanlage (Gasbrennwert) 8.000–15.000 EUR Inkl. Einbau, ab 2028 nur noch Wärmepumpe
Fußbodenheizung nachrüsten 50–100 EUR/m² Trockensystem oder Nasseinbau

Böden und Innenausbau

Leistung Preis Hinweis
Laminat / Vinyl verlegen 30–60 EUR/m² Material + Verlegung
Parkett verlegen 60–120 EUR/m² Eiche, geölt oder versiegelt
Fliesen verlegen 50–90 EUR/m² Material + Verlegung + Fugenmasse
Estrich erneuern 25–50 EUR/m² Zementestrich, Trocknungszeit beachten

Kernsanierung Kosten: Wann lohnt sich der Komplettumbau?

Eine Kernsanierung bedeutet: Das Haus wird bis auf die tragende Substanz zurückgebaut und von Grund auf neu aufgebaut. Das ist der teuerste, aber manchmal einzig sinnvolle Weg — vor allem bei Gebäuden vor 1970 mit veralteter Elektrik, feuchtem Mauerwerk und mangelnder Dämmung.

Typische Kernsanierung bei einem Einfamilienhaus mit 120 m²:

Position Kosten
Entkernungs- und Abrissarbeiten 8.000–15.000 EUR
Statik und Mauerwerk 10.000–25.000 EUR
Dachsanierung komplett 20.000–40.000 EUR
Fassade + WDVS 18.000–35.000 EUR
Fenster und Außentüren 8.000–20.000 EUR
Elektrik komplett 10.000–18.000 EUR
Sanitär und Heizung 25.000–50.000 EUR
Innenausbau (Trockenbau, Estrich, Böden) 15.000–30.000 EUR
Malerarbeiten komplett 5.000–12.000 EUR
Gesamt Kernsanierung 119.000–245.000 EUR

Ob sich eine Kernsanierung rechnet, hängt vom Grundstückswert und der Bausubstanz ab. Faustregel: Wenn die Sanierungskosten mehr als 70 Prozent eines Neubaus betragen, lohnt sich der Abriss. Liegt das Haus jedoch in guter Lage mit solidem Mauerwerk, ist Kernsanierung fast immer wirtschaftlicher.

Praxis-Tipp: Lassen Sie vor einer Kernsanierung immer ein Schadstoffgutachten erstellen. Asbest in Fassadenplatten, PCB in Fugenmassen oder KMF in der Dämmung können die Entsorgungskosten um 10.000 bis 30.000 EUR erhöhen. Diesen Posten vergessen viele bei der ersten Kalkulation.

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Förderung: KfW, BAFA und steuerliche Vorteile 2026

Der Staat beteiligt sich an Ihrer Hausrenovierung — wenn Sie es richtig angehen. Die wichtigsten Förderprogramme 2026 im Überblick:

KfW-Programm 261: Wohngebäude — Kredit

Für die Sanierung zum Effizienzhaus gibt es zinsgünstige Kredite bis 150.000 EUR pro Wohneinheit — mit Tilgungszuschuss von 5 bis 25 Prozent, je nach erreichter Effizienzhaus-Stufe. Ein Effizienzhaus 70 bringt beispielsweise 10 Prozent Tilgungszuschuss: Bei 120.000 EUR Kredit sind das 12.000 EUR geschenkt.

BAFA: Einzelmaßnahmen Förderung

Einzelne Maßnahmen wie Dämmung, Fenster oder Heizungstausch werden über das BAFA mit 15 bis 20 Prozent bezuschusst. Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegt, bekommt nochmal 5 Prozent obendrauf. Bei einer WDVS-Dämmung für 25.000 EUR sind das bis zu 6.250 EUR Zuschuss.

Steuerliche Absetzbarkeit (§ 35c EStG)

Selbstnutzer können energetische Sanierungskosten über drei Jahre von der Steuer absetzen — insgesamt bis zu 40.000 EUR pro Wohnobjekt. Das entspricht 20 Prozent der Kosten, verteilt auf die ersten beiden Jahre je 7 Prozent und im dritten Jahr 6 Prozent. Achtung: Entweder Förderung oder steuerliche Absetzung — beides zusammen geht nicht.

Handwerkerleistungen absetzen

Unabhängig von energetischen Maßnahmen können Sie Handwerkerleistungen bis 6.000 EUR pro Jahr geltend machen. 20 Prozent davon werden direkt von der Steuerschuld abgezogen — das sind bis zu 1.200 EUR Steuerersparnis jährlich. Gilt für Lohnkosten, nicht für Material.

Reihenfolge beachten: Den Förderantrag müssen Sie VOR Auftragserteilung und VOR Beginn der Arbeiten stellen. Wer erst baut und dann beantragt, geht leer aus. Das gilt für KfW und BAFA gleichermaßen. Den Energieberater für den iSFP fördert das BAFA mit 80 Prozent.

Reihenfolge der Gewerke: So renovieren Sie richtig

Die Reihenfolge entscheidet, ob Ihre Renovierung effizient und ohne teure Doppelarbeit läuft. Wer den Maler vor dem Elektriker bestellt, zahlt doppelt. Hier der Ablauf, den wir aus über 850 Projekten empfehlen:

Phase 1 — Rohbau und Tragwerk

Zuerst alles, was die Substanz betrifft: Entkernung, Statik prüfen, Mauerwerk sanieren, Dach reparieren oder erneuern. Ohne stabilen Rohbau ist alles andere Geldverschwendung.

Phase 2 — Hülle: Fenster und Fassade

Neue Fenster und Außentüren einbauen, dann die Fassade dämmen und streichen. Die Hülle muss dicht sein, bevor innen gearbeitet wird — sonst zieht Feuchtigkeit ein.

Phase 3 — Leitungen: Elektrik und Sanitär

Rohinstallation für Strom, Wasser, Abwasser und Heizung. In dieser Phase werden Schlitze gestemmt und Leitungen verlegt. Der dreckigste Teil der Renovierung.

Phase 4 — Dämmung und Heizung

Innendämmung (falls keine Außendämmung möglich), Fußbodenheizung verlegen, Heizungsanlage installieren. Erst wenn alle Leitungen liegen, kann gedämmt werden.

Phase 5 — Innenausbau

Trockenbau, Putzarbeiten, Estrich gießen. Der Estrich braucht je nach Typ 4 bis 6 Wochen zum Trocknen — planen Sie diese Zeit ein.

Phase 6 — Oberflächen: Malerarbeiten und Böden

Jetzt kommen wir ins Spiel: Wände und Decken streichen, tapezieren, Türen und Zargen lackieren. Dann Böden verlegen. Malerarbeiten kommen immer zum Schluss — damit keine Schäden durch nachfolgende Gewerke entstehen.

Unser Angebot: Bei Andymen koordinieren wir die Malerarbeiten passgenau mit den anderen Gewerken. Rückruf in 2 Stunden, Besichtigung innerhalb einer Woche, Festpreis-Angebot vor Ort. Kein Stundenlohn, keine offene Schlussrechnung.

Haus renovieren oder Neubau — was ist günstiger?

Diese Frage stellt sich bei jedem älteren Haus. Die Antwort ist in den meisten Fällen eindeutig: Renovieren ist günstiger. Hier der direkte Vergleich:

Kriterium Renovierung Neubau
Kosten pro m² 600–1.200 EUR 2.500–4.000 EUR
Grundstück Vorhanden Muss gekauft werden
Abrisskosten Keine 15.000–40.000 EUR
Baugenehmigung Oft nicht nötig Pflicht, 6–12 Monate
Förderung KfW + BAFA + Steuer Nur KfW-Neubau (geringer)
Einzug 3–9 Monate 12–18 Monate
Charakter Erhalten (Stuck, Holzbalken) Neu, standardisiert

Die Rechnung ist simpel: Ein Neubau mit 120 m² Wohnfläche kostet ohne Grundstück mindestens 300.000 EUR. Die gleiche Fläche umfassend zu renovieren liegt bei 72.000 bis 144.000 EUR. Selbst eine Kernsanierung bleibt mit 96.000 bis 180.000 EUR unter den Neubaukosten.

Neubau lohnt sich nur, wenn die Bausubstanz so schlecht ist, dass eine Sanierung mehr als 70 bis 80 Prozent der Neubaukosten erreicht — oder wenn die Grundrissgestaltung völlig unbrauchbar ist und tragende Wände versetzt werden müssten.

5 Fehler, die Hausrenovierungen teuer machen

Aus über 20 Jahren Erfahrung kennen wir die typischen Fallen, in die Bauherren tappen:

1. Kein Gesamtkonzept vor dem Start

Wer die Küche plant, ohne an die Elektrik zu denken, reißt später frisch verputzte Wände auf. Lassen Sie vor Baubeginn ALLE Gewerke durchplanen. Ein Bauleiter oder Architekt kostet 8 bis 12 Prozent — spart aber 20 bis 30 Prozent durch vermiedene Fehler.

2. Billigste Angebote wählen

Drei Angebote einholen ist richtig. Aber das billigste nehmen ist riskant. Wenn ein Malerpreis 50 Prozent unter dem Markt liegt, wird an Material, Vorarbeit oder Personal gespart. Oder es kommen nachträgliche Aufschläge. Unser Modell: Festpreis. Der Preis im Angebot steht auf der Rechnung.

3. Förderantrag zu spät stellen

Der Förderantrag muss VOR Auftragserteilung eingehen. Das vergessen viele und verschenken tausende Euro. Zuerst den Energieberater beauftragen, dann Förderung beantragen, dann erst den Handwerker beauftragen.

4. Eigenleistung überschätzen

Selbst streichen klingt nach einfachem Sparen. In der Praxis dauert es dreimal so lang, das Ergebnis ist oft unsauber und die Motivation sinkt nach dem zweiten Raum. Wer berufstätig ist und sein Einfamilienhaus in drei Wochen Urlaub selbst streichen will, unterschätzt den Aufwand massiv.

5. Keine Puffer einplanen

Rechnen Sie 15 bis 20 Prozent Puffer auf die Gesamtkosten. Bei älteren Häusern tauchen fast immer Überraschungen auf: Feuchtigkeit hinter der Tapete, marode Balken unter dem Estrich, asbesthaltiger Kleber unter den Fliesen. Ohne Puffer wird jede Überraschung zum finanziellen Problem.

Häufige Fragen zu Haus renovieren Kosten

Was kostet es, ein Haus komplett zu renovieren?

Eine komplette Hausrenovierung kostet zwischen 400 und 1.200 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche — abhängig vom Umfang. Eine kosmetische Auffrischung (Streichen, Böden, Bad) liegt eher am unteren Ende, eine umfassende Renovierung mit neuer Elektrik und Heizung am oberen. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² rechnen Sie mit 48.000 bis 144.000 EUR.

Was kostet eine Kernsanierung pro m²?

Eine Kernsanierung kostet 800 bis 1.500 EUR pro Quadratmeter. Bei einem 120-m²-Haus sind das 96.000 bis 180.000 EUR. In der Rhein-Main-Region liegen die Kosten tendenziell am oberen Rand, weil Handwerkerpreise und Entsorgungskosten höher sind als im Bundesdurchschnitt.

Lohnt sich Renovieren oder ist Neubau günstiger?

Renovieren ist in den allermeisten Fällen günstiger. Ein Neubau kostet 2.500 bis 4.000 EUR/m² — das Doppelte bis Dreifache einer umfassenden Renovierung. Dazu kommen beim Neubau Grundstückskosten, längere Bauzeit und höhere Bürokratie. Neubau rechnet sich nur bei extrem schlechter Bausubstanz.

Welche Förderung gibt es 2026 für Hausrenovierung?

Die KfW bietet zinsgünstige Kredite bis 150.000 EUR mit Tilgungszuschuss für energetische Sanierung (Programm 261). Die BAFA fördert Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenster mit 15 bis 20 Prozent Zuschuss. Alternativ können Selbstnutzer über § 35c EStG bis zu 40.000 EUR steuerlich absetzen. Wichtig: Antrag immer VOR Baubeginn stellen.

In welcher Reihenfolge sollte man ein Haus renovieren?

Die richtige Reihenfolge: 1. Dach und Tragwerk, 2. Fenster und Fassade, 3. Elektrik und Sanitär (Rohinstallation), 4. Dämmung und Heizung, 5. Innenausbau (Trockenbau, Estrich), 6. Malerarbeiten und Böden. Wer diese Reihenfolge ignoriert, zahlt doppelt durch Folgeschäden.

Wie lange dauert eine Hausrenovierung?

Das hängt vom Umfang ab: Eine kosmetische Renovierung (Streichen, Böden tauschen) ist in 2 bis 4 Wochen erledigt. Eine umfassende Renovierung mit mehreren Gewerken dauert 3 bis 6 Monate. Eine Kernsanierung braucht 6 bis 12 Monate — allein der Estrich trocknet 4 bis 6 Wochen. Bei Andymen halten wir Termine zu 99 Prozent ein — weil wir einen eigenen Disponenten haben.

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Andreas Berg, Malermeister

Andreas Berg

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