Was kostet es, ein Haus zu renovieren?
Die Frage nach den Renovierungskosten für ein Haus lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Zu unterschiedlich sind Zustand, Größe und Ihre Vorstellungen. Was sich aber klar beziffern lässt: die Kosten pro Gewerk, typische Gesamtbudgets und wo sich sparen lässt, ohne an der falschen Stelle zu kappen.
Als Malermeisterbetrieb mit über 850 abgeschlossenen Projekten seit 2005 sehen wir jede Woche Häuser in verschiedensten Zuständen. In diesem Artikel geben wir Ihnen die realen Zahlen — nicht theoretische Schätzungen aus dem Internet, sondern Werte, die wir aus unserer eigenen Projektdatenbank kennen.
Haus renovieren Kosten: Übersicht nach Umfang
Die Renovierungskosten hängen vor allem davon ab, wie tief Sie eingreifen. Kosmetische Arbeiten wie Streichen und neue Böden sind deutlich günstiger als ein kompletter Umbau mit neuer Elektrik und Sanitär. Hier die drei typischen Stufen:
| Umfang | Kosten pro m² | EFH 120 m² | Was ist enthalten? |
|---|---|---|---|
| Kosmetische Renovierung | 400–600 EUR | 48.000–72.000 EUR | Streichen, Tapezieren, Böden, kleinere Reparaturen |
| Umfassende Renovierung | 600–1.000 EUR | 72.000–120.000 EUR | Zusätzlich Bad, Küche, Elektrik teilweise, Fenster |
| Kernsanierung | 800–1.500 EUR | 96.000–180.000 EUR | Komplett: Statik, Dach, Dämmung, Heizung, alles neu |
Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf die Wohnfläche, nicht auf die Grundfläche. Keller und Dachboden sind nicht eingerechnet. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von der Region ab — in Frankfurt und Rhein-Main liegen die Handwerkerpreise rund 15 bis 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Renovierungskosten nach Gewerk: Detaillierte Preistabelle
Um die Gesamtkosten Ihrer Hausrenovierung einzuschätzen, hilft ein Blick auf die einzelnen Gewerke. Hier die aktuellen Preise für 2026:
Malerarbeiten und Innenausbau
| Leistung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Innenanstrich (Wände + Decken) | ab 15 EUR/m² | Wandfläche, 2 Anstriche inkl. Material |
| Premium-Anstrich (Brillux/Caparol) | 22–28 EUR/m² | Hochdeckend, kratzfest, waschbar |
| Tapezieren (Raufaser) | ab 18 EUR/m² | Inkl. Grundierung und Überstreichen |
| Designtapete | 25–40 EUR/m² | Je nach Hersteller und Muster |
| Zimmertrür lackieren | ab 120 EUR/Stück | Abschleifen, grundieren, 2x lackieren |
| Trockenbau (Zwischenwände) | 45–80 EUR/m² | Unterkonstruktion + beplanken + spachteln |
| Einfamilienhaus innen komplett | ab 3.999 EUR | Alle Wände und Decken streichen |
Fassade und Außenbereich
| Leistung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Fassadenanstrich | 25–45 EUR/m² | Inkl. Grundierung, Gerüst extra |
| WDVS (Wärmedämmverbundsystem) | 120–200 EUR/m² | Dämmung + Putz + Anstrich |
| Dachsanierung | 150–300 EUR/m² | Eindeckung + Dämmung + Unterspannbahn |
| Fenster tauschen (Dreifachverglasung) | 500–1.200 EUR/Stück | Inkl. Einbau und Entsorgung |
Elektrik, Sanitär und Heizung
| Leistung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Elektrik komplett erneuern | 80–130 EUR/m² | Leitungen, Sicherungskasten, Steckdosen |
| Sanitär komplett (Bad + Gäste-WC) | 15.000–35.000 EUR | Rohre, Fliesen, Sanitärobjekte, Einbau |
| Heizungsanlage (Wärmepumpe) | 15.000–30.000 EUR | Luft-Wasser, inkl. Einbau und Inbetriebnahme |
| Heizungsanlage (Gasbrennwert) | 8.000–15.000 EUR | Inkl. Einbau, ab 2028 nur noch Wärmepumpe |
| Fußbodenheizung nachrüsten | 50–100 EUR/m² | Trockensystem oder Nasseinbau |
Böden und Innenausbau
| Leistung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Laminat / Vinyl verlegen | 30–60 EUR/m² | Material + Verlegung |
| Parkett verlegen | 60–120 EUR/m² | Eiche, geölt oder versiegelt |
| Fliesen verlegen | 50–90 EUR/m² | Material + Verlegung + Fugenmasse |
| Estrich erneuern | 25–50 EUR/m² | Zementestrich, Trocknungszeit beachten |
Kernsanierung Kosten: Wann lohnt sich der Komplettumbau?
Eine Kernsanierung bedeutet: Das Haus wird bis auf die tragende Substanz zurückgebaut und von Grund auf neu aufgebaut. Das ist der teuerste, aber manchmal einzig sinnvolle Weg — vor allem bei Gebäuden vor 1970 mit veralteter Elektrik, feuchtem Mauerwerk und mangelnder Dämmung.
Typische Kernsanierung bei einem Einfamilienhaus mit 120 m²:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Entkernungs- und Abrissarbeiten | 8.000–15.000 EUR |
| Statik und Mauerwerk | 10.000–25.000 EUR |
| Dachsanierung komplett | 20.000–40.000 EUR |
| Fassade + WDVS | 18.000–35.000 EUR |
| Fenster und Außentüren | 8.000–20.000 EUR |
| Elektrik komplett | 10.000–18.000 EUR |
| Sanitär und Heizung | 25.000–50.000 EUR |
| Innenausbau (Trockenbau, Estrich, Böden) | 15.000–30.000 EUR |
| Malerarbeiten komplett | 5.000–12.000 EUR |
| Gesamt Kernsanierung | 119.000–245.000 EUR |
Ob sich eine Kernsanierung rechnet, hängt vom Grundstückswert und der Bausubstanz ab. Faustregel: Wenn die Sanierungskosten mehr als 70 Prozent eines Neubaus betragen, lohnt sich der Abriss. Liegt das Haus jedoch in guter Lage mit solidem Mauerwerk, ist Kernsanierung fast immer wirtschaftlicher.
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Förderung: KfW, BAFA und steuerliche Vorteile 2026
Der Staat beteiligt sich an Ihrer Hausrenovierung — wenn Sie es richtig angehen. Die wichtigsten Förderprogramme 2026 im Überblick:
KfW-Programm 261: Wohngebäude — Kredit
Für die Sanierung zum Effizienzhaus gibt es zinsgünstige Kredite bis 150.000 EUR pro Wohneinheit — mit Tilgungszuschuss von 5 bis 25 Prozent, je nach erreichter Effizienzhaus-Stufe. Ein Effizienzhaus 70 bringt beispielsweise 10 Prozent Tilgungszuschuss: Bei 120.000 EUR Kredit sind das 12.000 EUR geschenkt.
BAFA: Einzelmaßnahmen Förderung
Einzelne Maßnahmen wie Dämmung, Fenster oder Heizungstausch werden über das BAFA mit 15 bis 20 Prozent bezuschusst. Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegt, bekommt nochmal 5 Prozent obendrauf. Bei einer WDVS-Dämmung für 25.000 EUR sind das bis zu 6.250 EUR Zuschuss.
Steuerliche Absetzbarkeit (§ 35c EStG)
Selbstnutzer können energetische Sanierungskosten über drei Jahre von der Steuer absetzen — insgesamt bis zu 40.000 EUR pro Wohnobjekt. Das entspricht 20 Prozent der Kosten, verteilt auf die ersten beiden Jahre je 7 Prozent und im dritten Jahr 6 Prozent. Achtung: Entweder Förderung oder steuerliche Absetzung — beides zusammen geht nicht.
Handwerkerleistungen absetzen
Unabhängig von energetischen Maßnahmen können Sie Handwerkerleistungen bis 6.000 EUR pro Jahr geltend machen. 20 Prozent davon werden direkt von der Steuerschuld abgezogen — das sind bis zu 1.200 EUR Steuerersparnis jährlich. Gilt für Lohnkosten, nicht für Material.
Reihenfolge der Gewerke: So renovieren Sie richtig
Die Reihenfolge entscheidet, ob Ihre Renovierung effizient und ohne teure Doppelarbeit läuft. Wer den Maler vor dem Elektriker bestellt, zahlt doppelt. Hier der Ablauf, den wir aus über 850 Projekten empfehlen:
Phase 1 — Rohbau und Tragwerk
Zuerst alles, was die Substanz betrifft: Entkernung, Statik prüfen, Mauerwerk sanieren, Dach reparieren oder erneuern. Ohne stabilen Rohbau ist alles andere Geldverschwendung.
Phase 2 — Hülle: Fenster und Fassade
Neue Fenster und Außentüren einbauen, dann die Fassade dämmen und streichen. Die Hülle muss dicht sein, bevor innen gearbeitet wird — sonst zieht Feuchtigkeit ein.
Phase 3 — Leitungen: Elektrik und Sanitär
Rohinstallation für Strom, Wasser, Abwasser und Heizung. In dieser Phase werden Schlitze gestemmt und Leitungen verlegt. Der dreckigste Teil der Renovierung.
Phase 4 — Dämmung und Heizung
Innendämmung (falls keine Außendämmung möglich), Fußbodenheizung verlegen, Heizungsanlage installieren. Erst wenn alle Leitungen liegen, kann gedämmt werden.
Phase 5 — Innenausbau
Trockenbau, Putzarbeiten, Estrich gießen. Der Estrich braucht je nach Typ 4 bis 6 Wochen zum Trocknen — planen Sie diese Zeit ein.
Phase 6 — Oberflächen: Malerarbeiten und Böden
Jetzt kommen wir ins Spiel: Wände und Decken streichen, tapezieren, Türen und Zargen lackieren. Dann Böden verlegen. Malerarbeiten kommen immer zum Schluss — damit keine Schäden durch nachfolgende Gewerke entstehen.
Haus renovieren oder Neubau — was ist günstiger?
Diese Frage stellt sich bei jedem älteren Haus. Die Antwort ist in den meisten Fällen eindeutig: Renovieren ist günstiger. Hier der direkte Vergleich:
| Kriterium | Renovierung | Neubau |
|---|---|---|
| Kosten pro m² | 600–1.200 EUR | 2.500–4.000 EUR |
| Grundstück | Vorhanden | Muss gekauft werden |
| Abrisskosten | Keine | 15.000–40.000 EUR |
| Baugenehmigung | Oft nicht nötig | Pflicht, 6–12 Monate |
| Förderung | KfW + BAFA + Steuer | Nur KfW-Neubau (geringer) |
| Einzug | 3–9 Monate | 12–18 Monate |
| Charakter | Erhalten (Stuck, Holzbalken) | Neu, standardisiert |
Die Rechnung ist simpel: Ein Neubau mit 120 m² Wohnfläche kostet ohne Grundstück mindestens 300.000 EUR. Die gleiche Fläche umfassend zu renovieren liegt bei 72.000 bis 144.000 EUR. Selbst eine Kernsanierung bleibt mit 96.000 bis 180.000 EUR unter den Neubaukosten.
Neubau lohnt sich nur, wenn die Bausubstanz so schlecht ist, dass eine Sanierung mehr als 70 bis 80 Prozent der Neubaukosten erreicht — oder wenn die Grundrissgestaltung völlig unbrauchbar ist und tragende Wände versetzt werden müssten.
5 Fehler, die Hausrenovierungen teuer machen
Aus über 20 Jahren Erfahrung kennen wir die typischen Fallen, in die Bauherren tappen:
1. Kein Gesamtkonzept vor dem Start
Wer die Küche plant, ohne an die Elektrik zu denken, reißt später frisch verputzte Wände auf. Lassen Sie vor Baubeginn ALLE Gewerke durchplanen. Ein Bauleiter oder Architekt kostet 8 bis 12 Prozent — spart aber 20 bis 30 Prozent durch vermiedene Fehler.
2. Billigste Angebote wählen
Drei Angebote einholen ist richtig. Aber das billigste nehmen ist riskant. Wenn ein Malerpreis 50 Prozent unter dem Markt liegt, wird an Material, Vorarbeit oder Personal gespart. Oder es kommen nachträgliche Aufschläge. Unser Modell: Festpreis. Der Preis im Angebot steht auf der Rechnung.
3. Förderantrag zu spät stellen
Der Förderantrag muss VOR Auftragserteilung eingehen. Das vergessen viele und verschenken tausende Euro. Zuerst den Energieberater beauftragen, dann Förderung beantragen, dann erst den Handwerker beauftragen.
4. Eigenleistung überschätzen
Selbst streichen klingt nach einfachem Sparen. In der Praxis dauert es dreimal so lang, das Ergebnis ist oft unsauber und die Motivation sinkt nach dem zweiten Raum. Wer berufstätig ist und sein Einfamilienhaus in drei Wochen Urlaub selbst streichen will, unterschätzt den Aufwand massiv.
5. Keine Puffer einplanen
Rechnen Sie 15 bis 20 Prozent Puffer auf die Gesamtkosten. Bei älteren Häusern tauchen fast immer Überraschungen auf: Feuchtigkeit hinter der Tapete, marode Balken unter dem Estrich, asbesthaltiger Kleber unter den Fliesen. Ohne Puffer wird jede Überraschung zum finanziellen Problem.
Häufige Fragen zu Haus renovieren Kosten
Was kostet es, ein Haus komplett zu renovieren?
Eine komplette Hausrenovierung kostet zwischen 400 und 1.200 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche — abhängig vom Umfang. Eine kosmetische Auffrischung (Streichen, Böden, Bad) liegt eher am unteren Ende, eine umfassende Renovierung mit neuer Elektrik und Heizung am oberen. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² rechnen Sie mit 48.000 bis 144.000 EUR.
Was kostet eine Kernsanierung pro m²?
Eine Kernsanierung kostet 800 bis 1.500 EUR pro Quadratmeter. Bei einem 120-m²-Haus sind das 96.000 bis 180.000 EUR. In der Rhein-Main-Region liegen die Kosten tendenziell am oberen Rand, weil Handwerkerpreise und Entsorgungskosten höher sind als im Bundesdurchschnitt.
Lohnt sich Renovieren oder ist Neubau günstiger?
Renovieren ist in den allermeisten Fällen günstiger. Ein Neubau kostet 2.500 bis 4.000 EUR/m² — das Doppelte bis Dreifache einer umfassenden Renovierung. Dazu kommen beim Neubau Grundstückskosten, längere Bauzeit und höhere Bürokratie. Neubau rechnet sich nur bei extrem schlechter Bausubstanz.
Welche Förderung gibt es 2026 für Hausrenovierung?
Die KfW bietet zinsgünstige Kredite bis 150.000 EUR mit Tilgungszuschuss für energetische Sanierung (Programm 261). Die BAFA fördert Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenster mit 15 bis 20 Prozent Zuschuss. Alternativ können Selbstnutzer über § 35c EStG bis zu 40.000 EUR steuerlich absetzen. Wichtig: Antrag immer VOR Baubeginn stellen.
In welcher Reihenfolge sollte man ein Haus renovieren?
Die richtige Reihenfolge: 1. Dach und Tragwerk, 2. Fenster und Fassade, 3. Elektrik und Sanitär (Rohinstallation), 4. Dämmung und Heizung, 5. Innenausbau (Trockenbau, Estrich), 6. Malerarbeiten und Böden. Wer diese Reihenfolge ignoriert, zahlt doppelt durch Folgeschäden.
Wie lange dauert eine Hausrenovierung?
Das hängt vom Umfang ab: Eine kosmetische Renovierung (Streichen, Böden tauschen) ist in 2 bis 4 Wochen erledigt. Eine umfassende Renovierung mit mehreren Gewerken dauert 3 bis 6 Monate. Eine Kernsanierung braucht 6 bis 12 Monate — allein der Estrich trocknet 4 bis 6 Wochen. Bei Andymen halten wir Termine zu 99 Prozent ein — weil wir einen eigenen Disponenten haben.
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