Holzhaus streichen mit Schlammfarbe. Ökologisch, haltbar, ehrlich.
Schlammfarbe (Falun / Falu Rödfärg) ist kein Trend — sie schützt Holz seit Jahrhunderten. Kein Filmbildner, kein Abblättern, keine Konservierungsstoffe. Die Farbe zieht ins Holz ein und hält 6 bis 12 Jahre. Andymen bringt diese Technik an Holzhäuser in der Wetterau.

Was Schlammfarbe von Acryl und Lasur unterscheidet
Die meisten Holzanstriche bilden einen Film auf der Oberfläche. Schlammfarbe nicht — sie geht rein. Das ist der Unterschied.
Filmbildende Farben halten solange wie der Film hält. Dringt Feuchtigkeit darunter, blättert die ganze Fläche ab. Schlammfarbe bildet keinen Film — sie verwittert gleichmäßig und muss einfach erneut aufgetragen werden.
Diffusionsoffen bedeutet: Feuchtigkeit kommt raus. Wird das Holz von innen feucht (Tau, Regen), kann es trocknen — ohne dass sich Bläschen oder Risse bilden. Besonders wichtig bei nicht gedichtetem sägerauem Holz.
Die klassische Rezeptur besteht aus Roggenmehl, Leinöl, Wasser und Eisenoxid-Pigment — keine Konservierungsstoffe, keine Biozide. Beim Verwittern entstehen keine Mikroplastik-Partikel. Für Hausbesitzer die wissen was draufkommt.
So wird Schlammfarbe richtig aufgetragen
Vier Schritte — keine Abkürzungen.
Altes Holz mit Stahlbürste und Wasser reinigen — Algen, Moos, losen Schmutz entfernen. Holz muss trocken sein, mind. 2 Tage nach Regen. Beschdigtes oder morsch wirkendes Holz wird vor dem Anstrich beurteilt.
Schlammfarbe unverdünnt mit Quast (breiter Schlammfarbpinsel) auftragen — gegen die Holzfaser einarbeiten, damit die Farbe tief einzieht. Gleichmäßige Bewegungen, keine Pfützen. Bei 8–26 °C, kein direktes Sonnenlicht.
Mindestens 24 Stunden zwischen den Schichten. Kein Regen während der Trocknung. Die erste Schicht muss vollständig eingezogen und trocken sein — die Fläche fühlt sich dann etwas rauer an.
Zweite Schicht wie die erste — wieder gegen die Faser einarbeiten. Danach mindestens 48h nicht beregnen. Ergebnis: ein gleichmäßiger, matter Anstrich der beim nächsten Regenereignis kurz nachdunkelt und dann wieder abtrocknet.
Schlammfarbe — was man wissen muss
Schlammfarbe (auch: Falunrot, Falun-Farbe oder Falu Rödfärg) stammt aus dem schwedischen Falun und wird seit dem 16. Jahrhundert als Holzschutz eingesetzt. Die rote Farbe kommt von Eisenoxid — einem Nebenprodukt des Kupferbergbaus. In Schweden sind rote Holzhäuser deshalb kein Zufall, sondern Industriegeschichte.
Welches Holz ist geeignet?
Schlammfarbe funktioniert auf sägerauem, unbehandeltem Holz am besten. Die raue Oberfläche gibt der Farbe Halt und sorgt für tiefen Einzug. Fichte und Tanne sind ideal. Gehobeltes oder imprägniertes Holz nimmt die Farbe schlechter auf — hier müssen Alternativen geprüft werden.
Wichtig: Holz darf nicht beschichtet, lackiert oder mit Öl behandelt sein. Auch Druckimprägnierung schließt Schlammfarbe aus. Im Zweifel kleine Testfläche — wenn die Farbe einzieht, passt es.
Welche Farbtöne gibt es?
Der klassische Farbton ist Falunrot — ein gedämpftes, erdiges Rotbraun. Daneben gibt es Ocker, Umbra, Grau und Schwarz, alle auf Basis der gleichen Eisenoxid-Pigmente. Die Farbtöne sind von Natur aus nicht knallbunt — das mat-erdige Erscheinungsbild gehört zum Charakter des Anstrichs.
Warum kein Abblättern?
Filmbildende Farben (Acryl, Alkyd, viele Lasuren) trocknen auf der Oberfläche und bilden eine Schicht. Diese Schicht versagt, wenn Feuchtigkeit von unten drückt — Bläschen entstehen, dann Risse, dann abgeblätterte Flächen. Schlammfarbe hat keinen Film. Sie verwittert einfach gleichmäßig und kann dann erneut aufgetragen werden — ohne Abschleifen.
Kosten und Aufwand
| Position | Detail |
|---|---|
| Material | Schlammfarbe ca. 5–8 €/Liter, Deckung ca. 4–6 m²/Liter (2 Schichten) |
| Vorbereitung | Reinigung, Schutz Fenster/Sockel |
| Auftrag | 2 Schichten mit 24h Pause dazwischen |
| Mindestfläche Andymen | ab 80 m² Holzfläche (Fassade) |
| Preisbereich | Auf Anfrage — Festpreis nach Aufmaß |
Schlammfarbe-Projekte sind Wetteraufläche — wir brauchen 2 aufeinanderfolgende Trockentage für die beiden Schichten. Das planen wir im Auftrag ein.
FAQ: Schlammfarbe am Holzhaus
Sechs Fragen — direkt beantwortet.
Schlammfarbe funktioniert am besten auf sägerauem, unbehandeltem Holz — vor allem Fichte und Tanne. Gehobeltes Holz nimmt die Farbe schlechter auf. Druckimprägniertes oder vorgestrichenes Holz ist nicht geeignet. Das Holz muss trocken und frei von Schmutz sein.
Nein — Schlammfarbe wird ohne Grundierung aufgetragen. Sie zieht direkt ins Holz ein und bildet keinen Oberflächenfilm. Genau das macht sie so langlebig und diffusionsoffen. Eine Grundierung würde die Aufnahme behindern.
Schlammfarbe wird unverdünnt mit einem breiten Quast (Schlammfarbpinsel) aufgetragen — gegen die Holzfaser einarbeiten. Zwei Schichten sind Standard. Zwischen den Schichten mindestens 24 Stunden trocknen lassen. Kein Rollen, kein Spritzen.
Bei richtiger Anwendung auf geeignetem Holz hält Schlammfarbe 6 bis 12 Jahre — teils länger. Sie verwittert gleichmäßig, ohne abzublättern oder zu reißen. Im Gegensatz zu Deckfarben schützt sie das Holz durch Einzug statt durch einen geschlossenen Film.
Nur wenn der alte Anstrich ebenfalls Schlammfarbe war und gut haftet. Über Ölfarbe, Acryl oder Lasur funktioniert das nicht — die Unterlage muss aufnahmefähig sein. Im Zweifel alten Anstrich mit Stahlbürste und Wasser reinigen und testen ob die neue Farbe einzieht.
Zwischen 8 und 26 Grad Celsius, kein Regen 24 Stunden vor und nach dem Auftragen, kein direktes Sonnenlicht auf der frisch gestrichenen Fläche. Zu heiße Oberflächen trocknen zu schnell — die Farbe zieht nicht tief genug ein.
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